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HaferHafer- Avena sativa

Hält Hafer wirklich jung und flexibel?

Macht er wirklich „glücklich und froh, wie der Mops im Haferstroh“?

Oder „sticht Sie vielleicht manchmal auch der Hafer“?

Hafer ist – wie Gerste und Weizen – eine Pflanze der großen Kornmutter Ceres. Die Menschen ehrten die Göttin und ihr Getreide mit Musik und Tanz, Dichtkunst und Liebe.

 

 

Ceres – römische Göttin des Ackerbaus und der Ernte

Ceres ist eine Göttin, die zwar kaum einer mehr kennt, deren Namen wir aber trotzdem oft im Mund führen. Ihr zu Ehren werden Zeremonien abgehalten – zum Beispiel das Erntedankfest in dieser Jahreszeit. Die Begriffe Zerealie für Getreide und Frühstücksprodukte sowie Cerveza für Bier wurden vom Namen Ceres abgeleitet.

Für die Römer war Ceres eine der alten Muttergöttinnen und somit die Verkörperung der Mutter Erde. Sie lehrte die Menschen die Kunst des Ackerbaus. Ihr heiliges Tier ist das Schwein. Es wühlt den Erdboden auf, so dass die Menschen die Samen dort hinein säen konnten. Das Getreide gedieh besonders gut unter der Obhut von Ceres. Deswegen trug sie meist eine Krone aus Ähren von Weizen oder Gerste. Ihre kornblonden Haare waren zu langen Zöpfen geflochten, manchmal trug sie ein Füllhorn, aus dem die Früchte des Herbstes üppig heraus quellen.  

Zu erkennen ist die Göttin oft auch an einer Mohnkapsel, die sie als Symbol für Fruchtbarkeit mit sich trägt. Ceres kannte sich auch gut mit Heilkräutern und deren Zubereitung aus.

Zurück zum Hafer

HaferHafer war vor der Einführung der Kartoffel ein Hauptnahrungsmittel in Europa. Der Anbau wurde auch durch neue Getreidearten mehr und mehr zurückgedrängt.

Es lohnt sich, sich an die Qualitäten von Hafer zu erinnern: Hafer liefert sehr viel Energie. Er enthält leicht verdauliche Kohlehydrate und steckt voller Schleimstoffe. Diese Schleimstoffe quellen mit Wasser auf, binden Magensäure und legen sich wie ein schützender Film über empfindliche Schleimhäute. Deswegen helfen gekochte Haferflockensuppe, Haferschleim und Haferbrei so gut bei Magen-Darm-Beschwerden aller Art, bei Reizmagen, Magenschleimhautentzündung, auch bei Strahlen- oder Chemotherapie und bei Sodbrennen (z.B. in der Schwangerschaft). Positive Ergebnisse gibt es auch bei Colitis ulcerosa.

 

Außerdem versorgt der Hafer den Körper mit Mineralien (Natrium, Kalium, Calcium, Phosphor, Magnesium, Eisen, Kieselsäure, Zink, Mangan und Chrom). Zink und Chrom verbessern die Zuckerbelastbarkeit des Körpers, darüber hinaus senken Glukokinine den Blutzucker. Deswegen empfahl man früher Diabetikern „Hafertage“ zur Entlastung der Bauchspeicheldrüse.

Hafer enthält außerdem wertvolles Eiweiß mit 8 essentiellen Aminosäuren und schenkt Wärme und Energie. Das stärkt ganz allgemein und die Nerven im Besonderen. Dabei helfen auch die Vitamine des B-Komplexes, viel Folsäure, Vitamin E und Carotinoide.

In der Samenschale steckt ein Indolalkaloid (Avenin), das eine beruhigende Wirkung entfaltet und den Schlaf verbessert. So hilft der Hafer bei Schlafstörungen, nimmt akute und chronische Angst-, Spannungs- und Erregungszustände und muntert auf bei Niedergeschlagenheit.

 

Ballaststoffe und Steroidsaponine im Hafer verstärken die Ausscheidung von Cholesterin über die Galle und reduzieren so das Risiko für koronare Herzkrankheiten.

 

Die indischen Ayurveda-Ärzte nutzten Hafer bei Entwöhnungskuren von Opium. Und wer sich heute das Rauchen abgewöhnen oder andere Abhängigkeiten (Alkohol, Drogen…) loslassen will, der findet ebenfalls im Hafer Unterstützung.

 

Hafer hat sich überall dort bewährt, wo mehr Tatkraft und Energie gebraucht wird: Freiberufler und Selbstständige, Mütter kleiner Kinder, Berufstätige mit starker Arbeitsbelastung, Mobbing-Opfer, Menschen in Trennungs- oder Scheidungssituationen profitieren von einem Haferfrühstück.



Die Hafer-RezepteGrüner Hafer

Grüner Hafer - Die grünen Pflanzenteile werden vor der Blüte geerntet, wenn das Korn noch milchig und nicht hart ist, dann im Halbschatten getrocknet und gehäckselt. Tee aus grünem Hafer fördert die Ausscheidung von Harnsäure und unterstützt die Entwässerung des Gewebes. Und er hilft bei nervöser Erschöpfung und Schlaflosigkeit.

Tee aus grünem Hafer: Übergießen Sie 1 TL grünen Hafer mit 250 ml heißem Wasser, lassen 15 Minuten ziehen und trinken 3x täglich 1 Tasse davon. Gut ist eine Kur von etwa 4 Wochen.

 Grüner hafer

Hafertinktur

Übergießen Sie 10g grünes Haferstroh mit 100 ml Doppelkorn und lassen das Ganze 2 Wochen lang ausziehen. Dann filtrieren Sie durch einen Kaffeefilter ab und bewahren die Tinktur in dunklen Fläschchen auf. Nehmen Sie bei Bedarf 15 Tropfen (in Wasser oder Tee).

Hafertinktur hilft bei Nervenschwäche, Erschöpfung und Schlaflosigkeit. Und sie steht Ihnen zur Seite, wenn Sie sich das Rauchen abgewöhnen wollen.

 

Haferstroh

Der Tee aus einer Mischung von gleichen Teilen gelbem Haferstroh und Ackerschachtelhalm trägt zur Stärkung von Knochen, Zähnen, Haaren und Nägeln bei und hilft bei Zahnfleischerkrankungen. Übergießen Sie 1 EL dieser Mischung mit 500ml kaltem Wasser, bringen es zum Kochen und köcheln etwa15 Minuten weiter. 2-3 Tassen täglich.

 

Teil- und Vollbäder mit Haferstroh bringen Erleichterung bei entzündlichen Hauterkrankungen, Neurodermitis, Akne, Juckreiz, Rheuma und Hexenschuss. Und sie stärken die Knochen bei Osteoporose und nach Knochenbrüchen.

Für ein Vollbad übergießen Sie 100g gehäckseltes Haferstroh mit 3 Liter kaltem Wasser, bringen es langsam zum Kochen und lassen es 1 Stunde sanft köcheln. Diesen Extrakt gießen Sie in das heiße Badewasser.

 

Sanfte Hautpflege mit Hafer

Binden Sie 1 Handvoll Haferflocken in ein dünnes Leinenläppchen und nehmen es mit in die Badewanne. Drücken Sie es im Wasser immer wieder durch, bis eine cremige, milchig-weiße Masse herauskommt. Benutzen Sie dieses Säckchen im heißen Bad als „Reinigungsschwamm“ und beachten besonders juckende, ekzematische Stellen, raue Haut und pflegen Sie damit den zarten Teint des Gesichts. Hinterher fühlt sich die Haut gereinigt, genährt und wunderbar zart an.

 

Haferkörner-Abkochung (nach Pfarrer Weidinger)

Übergießen Sie abends 3 Esslöffel nicht entspelzte, zerdrückte Haferkörner mit ¾ l kaltem Wasser und lassen es übernacht stehen. Kochen Sie das Ganze morgens kurz auf, lassen 10 Minuten ziehen und sieben es in eine Thermoskanne. Es empfiehlt sich beim Abgewöhnen von Suchtverhalten diesen ¾ Liter über den Tag verteilt zu trinken. 

 

 

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